Kategorien
Anwendung

Mundschutz reinigen: desinfizieren, waschen, erhitzen

Ein Mundschutz gehören wegen der Corona-Epidemie mittlerweile zum Alltagsbild. Besonders beim Einkaufen wird man schnell auf sein Versäumnis hingewiesen, wenn der Gesichtsschutz mal vergessen wurde und der Kunde gegen die Maskenpflicht verstößt. Mit der Gesichtsmaske schützten wir vor allem andere und halten die Verbreitung des Virus in Grenzen. Dies konnte in mehreren medizinischen Studien mittlerweile statistisch nachgewiesen werden.

Aber sollte der Mundschutz über längere Zeit getragen werden? Was ist mit den Viren, wenn sie sich einmal in der Maske befinden? Aus diesen und natürlich hygienischen Gründen sollte man den Mundschutz regelmäßig waschen oder desinfizieren. Mehrere Methoden stehen zur Verfügung, und ein paar Besonderheiten sind zu beachten.

Das Wichtigste vorab

  • Achten Sie bei der Reinigung/ Desinfektion des Mundschutzes auf das Material. Sonst wird die Maske beschädigt.
  • Der Mundschutz sollte etwa für 5 Minuten der Temperatur von 70 Grad oder mehr ausgesetzt sein.
  • Desinfektionsmittel ist für Privatpersonen eher ungeeignet. Es gibt zudem auch Unverträglichkeiten.
  • Das Waschen der Maske ist vermutlich der einfachste Weg.

Verschiedene Methoden – Vorteile und Risiken

Sauberkeit von Textilien ist üblicherweise mit dem Waschen in der Maschine verbunden. Für einen Mundschutz gilt das selbstverständlich ebenso.

Waschen des Mundschutzes:

  • Die Handwäsche ist allerdings nicht zu empfehlen. Denn laut Empfehlung des BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte) sollte der Mundschutz bei 90 Grad gewaschen werden.
  • Andere Experten sind weniger streng. Sie gehen zumeist davon aus, dass eine Wäsche bei 60 bis 70 Grad ausreichen sollte, damit die Maske beim Waschen keimfrei wird. Für diese Methode spricht, dass sie zu den üblichen Prozeduren in jedem Haushalt gehört und deshalb als besonders einfach gelten kann.

Erhitzen des Mundschutzes:

Viren werden auch durch Erhitzen unschädlich. Immer wieder werden der Backofen, die Mikrowelle oder das Bügeleisen genannt, um durch entsprechend hohe Temperaturen für Keimfreiheit zu sorgen.

  • Der Virologe Christian Drosten empfiehlt, den Mundschutz bei 70 Grad in den Backofen zu geben. Das bereits genannte BfArM rät aber von dieser Methode nachdrücklich ab. Denn die Desinfizierung im Backofen sei nicht sicher, urteilen die Experten.
  • Das Erhitzen in der Mikrowelle ist Anlass für eine Warnung der Feuerwehr München. Sehr viele Schutzmasken sind mit einem Drahtbügel ausgestattet, der einen besseren Sitz und einen verlässlichen Halt auf der Nase garantieren soll. Metall und Mikrowellen sind keine gute Idee!
  • Das Bügeleisen eignet sich ebenfalls nur bedingt, um die Viren durch Erhitzen unschädlich zu machen. Denn hier sind Feinheiten bei der Bearbeitung des Mundschutzes zu beachten.

Allgemein ist das Erhitzen, ganz gleich mit welchem Gerät, eine unkomplizierte Angelegenheit.

Desinfizieren des Mundschutzes

  • Beim Desinfizieren mit Alkohol ergeben sich für den ein oder anderen allerdings Probleme. Denn der Umgang mit medizinischem Alkohol ist den meisten nicht geläufig. Der Vorteil liegt hier aber bei der hohen Wirksamkeit.
  • Auch nicht jede Haut verträgt Desinfektionsmittel. Weiterhin werden FFP-Atemschutzmasken dudurch teilweise unbrauchbar.

Mundschutz waschen

Beim Waschen in der Waschmaschine mit einem normalen Waschmittel bei 60 Grad wird die Schutzmaske – so die einhellige Meinung der Experten – garantiert virenfrei. Nicht geeignet ist allerdings ein Eco- oder Sparprogramm, denn deren Temperaturen sind doch zu niedrig.

Temperatur, Material & Waschmittel

Verwendbar ist jedes handelsübliche Vollwaschmittel aber auch das selbst hergestellte Waschsoda.

  • Will man ganz sicher gehen, weil etwa bereits eine Infizierung mit Covid-19 vorliegt, ist eine Wäsche bei 60-70 Grad oder höher das angeratene Verfahren. Wird Sauerstoffbleiche – als umweltbewusste Alternative – dem Waschvorgang hinzugesetzt, führt dies ebenfalls zu Keimfreiheit.
  • Beim Selbernähen eines Gesichtsschutzes also bitte bedenken: Der Stoff sollte ohne Probleme bei einer hohen Temperatur waschbar sein.
  • Übrigens empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW Baumwolle als Stoff für Mundschutzmasken. Denn das Material ist luftdurchlässig, erleichtert so das Atmen und ist waschbar bei bis zu 95 Grad.

Trocknen

  • Nach dem Waschen sollte man die Maske sofort aus der Waschmaschine nehmen und zum Trocknen aufhängen. Um sie möglichst schnell zu trocknen, sollte sie möglichst luftig hängen.
  • Am besten funktioniert das Trocknen im Freien, denn die Sonneneinstrahlung und die Luftbewegung unterstützen den Vorgang erheblich.
  • Die Viren werden durch das Waschen völlig unschädlich, und anschließend geht von dem Gesichtsschutz keine Gefahr mehr aus. Nach dem Durchtrocknen kann die Maske mit sicherem Gefühl wieder getragen werden.

Waschen in Handwäsche

Wer nicht bis zur nächsten großen Wäsche warten will, kann auch mit der guten alten Handwäsche sein Ziel erreichen.

  • Die Maske in einen passenden Topf legen und Wasser zum Kochen bringen. Alternativ kann natürlich einfach etwas Wasser im Wasserkocher erhitzt werden.
  • Das heiße Wasser (muss nicht unbedingt kochen) über die Maske gießen und 10 Minuten einweichen lassen.
  • Die Maske kalt ausspülen und anschließend trocknen lassen.

Der Vorteil in dieser Methode liegt in dem geringeren Wasserverbrauch, als bei einem Waschgang in der Waschmaschine.

Mundschutz erhitzen

Bakterien und Viren sterben bei Hitze ab, laut einer Studie sterben die Corona Viren bei 70° C innerhalb von 5 Minuten ab.

Erhitzen im Backofen

  • Für eine virenfreie Maske sorgt auch ein Backofen, wenn der gebrauchte Mundschutz für etwa 10 Minuten bei 70 bis 80 Grad in die Röhre hineingelegt wird. Die Hitze ist eine zuverlässige Methode, um den Virenbefall rückgängig zu machen.
  • Allerdings sollte das Material mit den Temperaturen zurecht kommen.
  • Einige raten von diesem Verfahren ab, weil im Backofen immerhin auch Lebensmittel demnächst wieder zubereitet werden. Nach dem Brotbacken und etwa 200 Grad Celsius ist dieses Argument aber nicht mehr haltbar.

Desinfizieren mit dem Bügeleisen

Das Dampf-Bügeleisen ist ebenfalls zum Desinfizieren einer Schutzmaske geeignet.

  • Um den Erregern aber wirksam beizukommen, sollten auch bei dieser Methode 70 Grad Hitze möglich sein. Außerdem müsste der Mundschutz wenigstens fünf Minuten lang mit dem heißen Dampf bearbeitet werden.
  • Sollte es sich um ein robustes Material handeln, kann die Maske auch direkt gebügelt werden.

Damit stellt sich wieder die Materialfrage. Nicht alle Stoffe vertragen eine derartige Behandlung. Vorsicht ist geboten bei beschichteten Nähten oder wenn Gummibänder verarbeitet wurden. Unter Umständen sollten Sie in solchen Fällen eine andere Methode wählen.

Erhitzen in der Mikrowelle

Wer eine Mikrowelle sein Eigen nennt, weiß um die Funktion dieser Geräte.

  • Nicht die Strahlung desinfiziert, sondern das erhitzte Wasser. Also den Mundschutz zuerst nass machen, und dann in die Mikrowelle geben.
  • Gegen diese Methode spricht, dass sie sehr unspezifisch ist. Denn weder kann gesagt werden, ob die notwendig hohen Temperaturen in jedem Teil der Atemmaske erreicht werden. Noch welche Hitze tatsächlich am Virenschutz entsteht. Das gesamte Verfahren ist also schwer steuerbar.
  • Ist ein Nasenbügel an der Maske befestigt, ist die Mikrowelle keine Option. Denn dieser Bügel ist aus Metall, und in der Mikrowelle können an Metallteilen Funken entstehen, das Gerät und auch die Maske in Brand geraten. Bereits mehrfach mussten die Brandhelfer aus diesem Anlass ausrücken.

Den Mundschutz im Kochtopf erhitzen

Bei einem Bad in kochendem (oder sehr heißen) Wasser werden die Viren ebenfalls zuverlässig abgetötet.

  • Die Prozedur sollte wenigstens fünf Minuten andauern. Im Vergleich zu den vorherigen Verfahren des Erhitzens ist dieses Vorgehen mit relativ geringem Aufwand verbunden.
  • Nachteilhaft ist, dass beim Hantieren an der Kochstelle Erreger auf umliegende Küchenschwämme, Flächen, Gegenstände oder gar Lebensmittel geraten können.
  • Ist die Maske tatsächlich mit Keimen belastet, können diese in der Küche weiter verteilt werden. Und damit erhöht sich das Infektionsrisiko für alle Beteiligten. Die Schutzwirkung bleibt deshalb zweifelhaft.

Mundschutz & Desinfektionsmittel

Desinfektionsmittel gegen Corona werden seit geraumer Zeit diskutiert.

  • Das RKI empfiehlt, das Produkt sollte vom Hersteller als wirksam gegen Viren ausgezeichnet sein.
  • Die Deutsche Apothekerzeitung verlangt einen Anteil an Ethanol von mindestens 62 Prozent und einen ähnlich hohen Propanol-Gehalt. Beides sind Alkohole: Sie schädigen das Erbgut der Viren.

Antivirale Desinfektionsmittel eher ungeeignet

Antivirale Desinfektionsmittel kommen häufig zum Einsatz, um die Hände und umliegende Flächen wirksam zu reinigen.

  • Da liegt es nahe, dass diese Mittel geeignet sein könnten, um auch die Schutzmaske von Covid-19 zu befreien.
  • Aber die Experten raten hier doch ab, denn die Inhaltsstoffe können das Material des Mundschutzes angreifen.
  • Zusätzlich haben Rückstände und Dämpfe der Mittel in der Nähe von Mund und Nase nichts zu suchen.

Oft handelt es sich bei den Desinfektionsmitteln um Medizinprodukte, und die Reinigungsanweisungen des Herstellers, in der Gebrauchsanweisung festgehalten, sind unbedingt zu beachten. Für Personen mit Vorerkrankungen wie Asthma ist dieses Verfahren mit Sicherheit ohnehin nicht geeignet.

Zudem rät das Robert-Koch-Institut, in jüngster Vergangenheit durch seine Statistiken bekannt geworden und immerhin dem Gesundheitsministerium zugeordnet, von dieser Methode nachdrücklich ab. Für Privatpersonen ist der Umgang mit Desinfektionsmittels nicht anzuraten.

Worauf sollte man beim Reinigen achten?

Die Methode der Desinfizierung hängt besonders vom Material ab, aus dem der Mund-Nasen-Schutz besteht. Und von den Fähigkeiten des Besitzers, der zur Reinigung fortschreiten will.

  • Vlies bügeln etwa ist nicht unbedingt einfach, und der Anfänger sollte einen Bügelkurs besucht haben, bevor er sich an die Gesichtsmaske wagt.
  • Baumwolle gilt als besonders pflegeleicht und robust. Deshalb ist jede Methode anwendbar, wenn die Maske aus diesem natürlichen Stoff hergestellt wurde. Schwierig wird es immer, wenn außer Textilien auch anderes mitverarbeitet wurde.
  • Die Nasenbügel taugen nicht für die Mikrowelle.
  • Wurde für die Ohrhalterungen Plastik verwendet, wird es mit dem Erhitzen generell schwierig, meist sogar unmöglich. Schutzmasken aus dem Baumarkt, die gewisse Normen erfüllen, sind ein gesondertes Thema.
  • Im Backofen können diese FFP-Masken mit Sicherheit nicht sterilisiert werden. Der in ihnen enthaltene Kunststofffilter schmilzt bei hohen Temperaturen. Wird er beschädigt, ist der Mundschutz nicht länger verwendbar, denn der Filter kann nicht ausgewechselt werden.
  • Auch zum Waschen sind die Masken der Klasse FFP1, FFP2 oder FFP3 nicht geeignet. Die Komponenten geraten hier ebenfalls in Mitleidenschaft.

FAQ

✅ Warum Masken regelmäßig reinigen?

Der Mundschutz muss regelmäßig gereinigt werden, da sich Viren in ihm befinden können. Die Viren halten sich auf Oberflächen bis zu 72 Stunden.

Um sich und andere zu schützen und das Infektionsrisiko zu senken, wurde die Maskenpflicht eingeführt. Und nur durch die Reinigung wird verhindert, dass sich die Erreger dauerhaft im Mundschutz befinden und weiterverbreitet werden können.

✅ Wie können Masken gereinigt werden?

Abhängig vom Material stehen verschiedene Methoden zur Wahl: Die grobe Faustregel lautet „70 Grad für 5 Minuten“.

Von Experten wird das Waschen in der Waschmaschine bei 60 bis 70 Grad empfohlen. Erhitzen im Backofen, in der Mikrowelle oder durch Bügeln macht zwar Keime unschädlich. Die Zuverlässigkeit wird aber immer wieder angezweifelt. Desinfektionsmittel sind für Privatpersonen nicht zu empfehlen.