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Anleitung: Mundschutz aus Küchenrolle erstellen

Die bundesweite Mundschutzpflicht stellt einige Menschen vor ein Problem. Atemschutzmasken sind knapp und sollen medizinischem Personal vorbehalten sein. Daher ist es sinnvoll, sich einen Mundschutz selbst zu basteln und das funktioniert schon mit ganz einfachen Alltagsgegenständen wie einem Küchenpapier. Virologe Christian Drosten und das Robert-Koch-Institut unterstützen die These, dass das Tragen eines Behelfsmundschutzes sinnvoll ist.

Aber wovor schützt ein solcher selbstgemachter Mundschutz und wie kann man ihn herstellen?

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Ein selbstgemachter Mundschutz dient hauptsächlich dem Fremdschutz.
  • Man kann einen Mundschutz einfach selbst herstellen.
  • Mundschutz basteln mit Materialien, die fast jeder zuhause hat.

Hier erfahren Sie, welchen Nutzen selbstgebastelte Schutzmasken haben, wie Sie diese ganz einfach selbst herstellen können und was Sie dafür alles benötigen.

Wovor schützen die selbstgebastelten Masken?

Nachdem das Robert-Koch-Institut zunächst veröffentlicht hatte, dass das Tragen eines Mundschutzes dem medizinischen Personal vorbehalten sein sollte, änderte dieses kürzlich seine Einschätzung. Das Tragen einer Schutzmaske – und hiermit sind hauptsächlich selbstgebastelte oder -genähte Behelfsmasken gemeint – könne dazu beitragen, die Ausbreitung von Covid-19 in Deutschland einzudämmen.

  • Für die Träger der Maske bedeutet das, dass diese sie selbst zwar nicht vor einer Ansteckung schützt, dass sie aber einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Verteilung von Viren zu begrenzen.
  • Eine Schutzmaske vor dem Gesicht verhindert, dass infizierte Tröpfchen beim Ausatmen, Niesen oder Husten in die Umgebung geschleudert werden.
  • Sind Sie also unwissentlich mit dem Coronavirus infiziert, minimieren Sie die Gefahr, dass Sie das Virus an Ihre Mitmenschen übertragen werden kann.
  • Diese Funktion übernehmen Masken aber nur, wenn zusätzlich auch noch der empfohlene Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird und man sich an die grundsätzlichen Hygieneregeln hält.

Wenn jeder eine Maske trägt, bezweckt das, dass sich automatisch auch weniger Menschen anstecken und Sie sind somit selbst besser vor der Ansteckung durch andere geschützt.

Mundschutz aus Küchenrolle: So gehts

Es werden zwei Varianten vorgestellt, wie Sie schnell eine Maske aus Küchenpapier basteln können – wahlweise mit oder ohne Falten. In 10 kurzen Schritten wird erklärt, wie das funktioniert.

Variante 1 ohne Falten

Mit der ersten Basteltechnik können Sie direkt zwei Atemmasken herstellen. Anbei die Anleitung als Video in in Schriftform:

Benötigte Zeit: 10 Minuten.

Mit etwas Küchenpapier, einem Taschentuch, einer Schere, Klebeband, Draht, Gummi und Locher können Sie in etwa 10 Minuten zwei Masken herstellen:

  1. Küchenpapier zweilagig:

    Legen Sie zwei Lagen Küchenpapier aufeinander.

  2. Taschentuch platzieren

    Platzieren Sie mittig darauf ein Papiertaschentuch.

  3. Mittig durchschneiden

    Schneiden Sie den Stapel einmal in der Mitte durch.

  4. Klebestreifen anbringen – Oberseite

    *Dieser und alle weiteren Schritte gelten für beide Stapel*

    Befestigen Sie die Maske links und rechts mit einem Klebestreifen. Das Klebeband sollte vorne und hinten befestigt werden, also einmal um die Kante herumgehen.

  5. Klebestreifen anbringen – Unterseite

    Kleben Sie auch die spätere Unterseite der Maske wie eben beschrieben fest.

  6. Draht anbringen

    Legen Sie einen dicken Draht etwa einen Zentimeter unter den oberen Rand (an die Innenseite der Maske, also dort, wo das Papiertaschentuch liegt). Alternativ können Sie einen dünnen Draht mehrmals zwirbeln, damit er stabiler ist.

  7. Nasenbügel

    Befestigen Sie diesen späteren Nasenbügel gut mit einem Klebestreifen und kleben Sie nun auch den oberen Rand fest.

  8. Maske lochen

    Lochen Sie die Maske an beiden Seiten auf dem Klebestreifen.

  9. Gummi anbringen

    Fädeln Sie durch jedes Loch einen Gummi und befestigen Sie diesen.

Ihre Maske ist fertig! Über jedes Ohr wird nun ein Gummi gezogen, um diese am Gesicht zu befestigen. Dieser Mundschutz eignet sich für den einmaligen Gebrauch und sollte bei Durchfeuchtung ausgetauscht werden.

Variante 2 mit Falten

Bei dieser Option verfahren Sie ähnlich wie oben. Allerdings erhalten Sie hier eine Maske mit Falten, die eine bessere Passform ermöglichen und mehr Raum für den Mund und die Nase lassen wird.

Mundschutz aus Küchenpapier mit Falten
  1. Schritt: Legen Sie zwei Lagen Küchenpapier übereinander.
  2. Schritt: Platzieren Sie ein Papiertaschentuch mittig auf dem Stapel.
  3. Schritt: Jetzt müssen Sie die Falten einknicken. Diese Arbeit erfordert ein wenig Fingerspitzengefühl. Dafür falten Sie das Küchentuch, ähnlich wie eine Zieharmonika, an drei Stellen ein. Knicken Sie dieses dafür einmal nach unten und circa 2 Zentimeter darunter wieder nach oben.
  4. Schritt: Halten Sie die drei Falten gut fest. Befestigen Sie links und rechts einen Klebestreifen. Dieser sollte um die Kante herumgehen und auf der Vorder- und Rückseite zu sehen sein.
  5. Schritt: Legen Sie einen dicken Draht oder einen gezwirbelten dünnen Draht etwa einen Zentimeter unter die obere Kante der Maske. Befestigen Sie auch hier einen Klebestreifen, um den Draht und die Kante zu fixieren. Der Draht dient Ihnen später als Nasenbügel.
  6. Schritt: Befestigen Sie noch einen Klebestreifen an der unteren Maskenseite.
  7. Schritt: Lochen Sie die Maske links und rechts.
  8. Schritt: Ziehen Sie die vier Gummibänder durch die vier so entstandenen Löcher und befestigen Sie diese.

Die fertige Schutzmaske befestigen Sie mit je zwei Gummibändern an jedem Ohr. Drücken Sie den Draht an der Nase fest.

Was braucht man für diese Bastelanleitung?

Die Materialien, die Sie für das Basteln eines Behelfsmundschutzes benötigen, haben Sie in der Regel bereits zuhause. Damit Sie leicht überprüfen können, was noch fehlt, wurde hier eine Liste mit den benötigten Materialien zusammengestellt. Sie benötigen für beide Varianten dasselbe Material, allerdings benötigen Sie pro Maske 4 Gummibänder.

Je Mundschutz benötigen Sie:

  • Locher
  • Schere (für Variante 1)
  • Klebeband
  • dicker Draht oder normaler Draht
  • 2 Küchenhandtücher
  • 1 Papiertaschentuch
  • 4 Gummibänder (wahlweise funktioniert auch eine elastische Schnur)

Wenn Sie sich selbst effektiv vor einer Ansteckung schützen wollen, beispielsweise, weil Sie zur Risikogruppe zählen, helfen nur sogenannte FFP-2 oder FFP-3 Masken. Diese filtern die Atemluft gesondert und bieten einen Eigenschutz für den Träger.

Beachten Sie aber, dass solche Masken, wenn sie einen Ventil besitzen, das Austreten von Viren in die Umgebung nicht verhindern. Daher sind im Sinne des Fremdschutzes Masken ohne Ventil besser geeignet.