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FFP3-Atemschutzmasken: Hintergründe, Einsatz & Corona-Schutz

Feine Partikel in der Luft, die die Atemwege reizen, können Entzündungen der Lunge und Tumore verursachen. Um den Arbeitnehmer vor dieser Gefahr zu schützen, schreibt der Gesetzgeber ab einem bestimmten Arbeitsplatzgrenzwert das Tragen von Feinstaubmasken vor. Abhängig von der Belastung der Luft kann zwischen drei verschiedenen Schutzklassen gewählt werden. Den stärksten Schutz bieten Atemschutzmasken der Schutzklasse FFP3. Auch das Corona-Virus wird von diesen Masken herausgefiltert.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • FFP3 Masken schützen vor radioaktiven und krebserregenden Partikeln.
  • FFP3 Masken können auch als Schutz vor Bakterien und Viren eingesetzt werden.
  • FFP3 Masken sind der stärksten Schutzklasse zuzuordnen und werden u.a. von medizinischem Personal eingesetzt.

Hintergründe zu Atemschutzmaske FFP3

FFP3 Masken liegen dicht am Gesicht des Trägers an und schützen diesen vor Belastungen der Luft mit Schadstoffen und Krankheitserregern.

FFP (Filtering Face Piece) bedeutet übersetzt Feinstaubmaske, Atemschutzfilter oder Atemschutzmaske. Die gemäß DIN EN149 getesteten Masken werden in drei verschiedene Schutzklassen unterteilt.

Was definiert FFP3 Masken?

  • Die Leckage (Undichtigkeiten durch Filtermaterialien und nicht vollständig dicht schließende Abschlussränder) beträgt maximal 5 %. Meistens liegt die Gesamtleckage nur bei 2 %.
  • Die Atemmasken bieten unter den FFP Masken den stärksten Schutz. Sie können dadurch bei Verschmutzung der Luft mit radioaktiven und krebserregenden Teilchen und Krankheitserregern genutzt werden.
  • FFP3 Masken sind mit und ohne Atemventil erhältlich. Das Atemventil senkt den Atemwiderstand und erleichtert die Atmung. Gekennzeichnet werden FFP3 Masken durch einen schwarzen Aufdruck.
  • Die Halbmasken schützen nicht vor giftigen Dämpfen und Gasen in der Luft. Hier muss ein Schraub- oder Aufsteckfilter verwendet werden.

Welche Schutzleistungen bieten FFP3 Masken?

Die FFP3 Masken können an Arbeitsplätzen, an denen der Arbeitsplatzgrenzwert bis zum 30-fachen überschritten wird, eingesetzt werden.

  • Filterleistung: 99,5 %
  • Partikel bis zu einer Größe von 0,6 μm werden aufgefangen
  • Gesamtleckage: maximal 5 %

Anwendungsbereiche der FFP3 Schutzmaske

FFP3 Masken bieten einen zuverlässigen Schutz auch bei hohen Belastungen der Arbeitsumgebung.

Vor welchen Partikeln, Gefahren schützen die FFP3 Masken?

  • krebserregender Staub
  • radioaktiver Staub
  • belastender Rauch
  • Aerosole
  • Viren der Risikogruppe 3
  • Bakterien der Risikogruppe 3
  • Sporen von Schimmelpilzen
  • Asbest
  • Benzopyrene
  • Bleiverbindungen
  • Stahlstaub
  • Nanopartikel
  • Quarzstaub
  • Schweissrauch
  • multiresistente Tuberkulosebakterien
  • Zytistatika

Bei welcher Tätigkeit können sie genutzt werden?

FFP3 Halbmasken können bei allen Arbeiten, bei denen der Arbeitsplatzgrenzwert maximal um das 30-fache überschritten wird, verwendet werden.

  • Schleifen und Schneiden von Hartholz
  • Abschleifen von Anstrichen, die Chrom enthalten
  • Arbeiten mit wasserlöslichen Farben, die Arsen, Chrom oder Kupfer enthalten
  • Arbeiten mit Asbestfasern
  • Hartlöten
  • Schweißen von Aluminium und Edelstahl
  • Schleifen und Fräsen von Edelstahl
  • Entsorgung medizinischer Abfälle
  • Entsorgung von radioaktiv kontaminiertem Staub
  • Desinfektion nach Tierseuchen
  • Legionellen

Filtergröße, Ventil & Wiederverwendbarkeit

  • Die FFP3 Masken filtern Partikel bis zu einer Größe von 0,6 μm. Die Teilchen sammeln sich in den Filtermaterialien an. Dadurch wird der Atemwiderstand erhöht und die Atmung erschwert.
  • Um die Atmung zu erleichtern, können Masken mit Atemventilen verwendet werden. Die Luft wird beim Einatmen gefiltert und strömt bei der Ausatmung ungefiltert in die Umgebung.
  • FFP3 Masken werden durch einen schwarzen Aufdruck an der Seite oder auf dem Atemventil gekennzeichnet. Dort ist oft die Norm „En 149:2001“ bzw. „A1+2009“ genannt.
  • Masken mit einer NR-Markierung dürfen nur einmal verwendet werden. FFP3 Masken, die mit Desinfektionsmittel gereinigt und ein zweites Mal eingesetzt werden dürfen, sind mit R (reusable) gekennzeichnet.

Atemschutzmasken und Viren, wie Corona

Abhängig von der Schutzklasse können FFP Masken auch als Schutz vor Viren eingesetzt werden.

Schützen FFP3 Masken vor Corona-Viren?

FFP3 Masken bieten mit einer Leckage von maximal 5 % einen guten Schutz vor Viren der Risikogruppe 2 und 3.

  • Zu diesen Viren zählen Corona-Viren und Influenza-Viren.
  • Weiters werden der Risikogruppe 3 das Gelbfieber-Virus, das Dengue-Virus, multiresistente Mycobakterium tuberkulosios Stämme, HI-Viren und Prionen zugeordnet.
  • Besteht ein hoher Infektionsdruck (starke Belastung der Umgebung mit den Krankheitserregern) sollten zusätzliche Filter eingesetzt werden.

Welche Masken sind empfohlen?

Zum Schutz vor Corona-Viren können FFP2 und FFP3 Masken verwendet werden.

  • Bei Masken ohne Atemventil sind die Umgebung und der Träger geschützt.
  • Masken mit Atemventil schützen nur den Träger, da die Atemluft ungefiltert in die Umgebung strömt.

Daher wird für den Schutz der Mitmenschen eine einfache Stoffmaske bzw. Community-Maske empfohlen. Die FFP-Atemschutzmasken sind für das medizinische Personal vorbehalten. Dadurch wird die Verbreitung von Viren in der Gesellschaft gehemmt.

Vor welchen Viren bieten FFP3 Masken Schutz?

  • Corona-Viren
  • Influenza-Viren
  • HI-Virus
  • Hepatitis-C-Virus
  • Hepatitis-E-Virus
  • Hanta-Viren

Bei einem geringen Infektionsdruck können als Schutz vor Corona-Viren auch FFP2 Masken eingesetzt werden.

Tipps zum Tragen der Masken

Damit die Maske auch ihren Schutz entfalten kann, muss sie korrekt getragen und genutzt werden.

Was muss beim Tragen beachtet werden?

  • Damit die FFP3 Maske einen ausreichenden Schutz bietet, muss diese an den Rändern eng mit dem Gesicht abschließen. Ist der Abschluss durch anatomische Gegebenheiten (bspw. Bart) nicht vorhanden, sollte eine andere Maske verwendet werden.
  • In den Filtermaterialien sammeln sich die gefilterten Partikel an. Ist eine normale Atmung nicht mehr möglich, muss die Maske getauscht werden. Ebenso ist ein Austausch der Halbmaske bei Durchfeuchtung notwendig.
  • Beim Absetzen der Maske darf die belastete Außenfläche nicht mit den Fingern berührt werden. Die verschmutzte Maske wird in einen Schutzbeutel gelegt und entsorgt.
  • Während des Tragens der Maske darf diese an der Außenseite nicht mit den Händen berührt werden. Durch Berührungen können Bakterien und Viren durch Schmierinfektionen auf die Schleimhäute der Augen gelangen.

FAQ

✅ Haben die Masken ein Ventil?

Die Masken sind mit und ohne Ventil erhältlich. Werden Masken mit Ventil verwendet, ist die Umgebung nicht durch Schadstoffe und Krankheitserreger in der Atemluft der Träger geschützt.

✅ Wo gibt es Grenzen bzw. Ansteckungsgefahr?

Bei einem hohen Infektionsdruck können durch die Leckage von 5 % Krankheitserreger in das Innere der Maske gelangen und zu einer Infektion der Schleimhäute führen.

✅ Sind die Masken wiederverwendbar?

Wiederverwendbare Masken sind mit dem Aufdruck R (reusable) gekennzeichnet. Sie können nach einer Reinigung mit Desinfektionsmitteln ein zweites Mal verwendet werden.

Alle mit NR gekennzeichneten Masken sind Einmal-Masken. Diese müssen nach dem Gebrauch sachgemäß entsorgt werden.

✅ Was gilt es für Barträger, Brillenträger, Kinder, Passform und Sitz zu beachten?

Bei Bartträgern muss die Maske den Bart vollständig bedecken, damit keine zusätzlichen Undichtigkeiten entstehen. Brillen müssen über der Maske getragen werden. Die Masken sind nicht für Kleinkinder geeignet. Für ältere Kinder können entsprechende Kindermasken verwendet werden.

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